Schuld und Sühne

die mitschuld

Die Bewältigung von Schuld ist ein gesamtgesellschaftliches Mühen. Das Bedürfnis vorhandene Schuld abzubauen, wenn es auch Sühne nach sich ziehen würde, ist im Großteil der Menschen vorhanden. Schuld wird oft als unangenehme Last empfunden und Sühne als notwendiges Mittel zur Erleichterung angesehen. Das Phänomen Schuld lastet auf dem Menschen, der/die mitunter schwer an ihr trägt. Folgen davon sind sowohl physische wie auch im psychische Beschwerden. Im persönlichen Rahmen ist die Konfrontation mit Schuld oft ein schmerzlicher Umstand, der nicht immer zum Richter aber mitunter in eine depressive Verstimmung führt. Als Symptome, das leidige Thema nicht bewältigen zu können, erweisen sich Zwänge, Ängste, Wut und ein gestresster Alltag. Es betrifft Opfer, Täter und Zeugen gleichermaßen, die in einer Unsicherheit aus Einsichten, Vorstellungen und Bewertungen verstrickt sind.

Wege aus der Schuld sind welche, die nicht wieder hinein führen. Sie werden durch kritische Selbstannahme, Verständnis und Vergebung markiert. Schuld braucht Verständnis, um die Fehlhaltung, die der Schuld zu Grunde lag, zu erkennen. Gleichzeitig ist es von Nöten das Ausmaß der Schuld einzuschätzen, um die berechtigte oder angebrachte Form von Sühne ausmachen zu können. Ohne dem es selbst bei großer Ambition wieder zu Schuld führt. Kein leichtes Unterfangen, angesichts relativer Normen und angstbetonter Moralvorstellungen, und dem hohen persönlichen, wie auch gesellschaftlichen Gewinn, der sich aus der Schuldthematik ergibt.

Tat und Schuld stehen im Zusammenhang. Um des Friedens Willen sollte die Tat gesühnt werden. Für alle Beteiligten stellt dies die Voraussetzung für das Zurückgewinnen der Normalität dar. Kommt es zu keiner Sühne, wird die Schuld für die Tat auf die verteilt, die mit ihr im Kontext stehen. Selbst der Zeuge wird dann einen Anteil der Schuld auf sich nehmen, weil er die Tat weder verhindern, noch der Gerechtigkeit dienen konnte.

Wenn die Tat nicht gesühnt wurde oder es zu keiner Bestrafung des Täters kam, dann bezieht das Opfer meist die Verantwortung des Geschehens auf sich. Spätere Psychosomatischen oder physischen Folgen werden dann im Verständnis, die Schuld zu verantworten, als Sühne angesehen. Die fehlende Rechtssicherheit oder Gerechtigkeit wird durch eine vermehrte Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung für das Ereignis ausgeglichen. Für den Außenstehenden ist es immer schwer, die eigene Unversehrtheit im Hintergrund des Tatbestandes und des folgenden Leides als legitim zu erachten. Auch wenn nachweislich kein Kontext zum Täter oder zur Tat bestand. Meist führt dies zu einem verstärkten Bedürfnis sich als guter oder besserer Mensch beweisen zu müssen. Dies ist der inneren Spannung wegen ungesühntem Unrecht geschuldet.

Mit der Akzeptanz der Schuld werden entsprechend dem Ausmaß der Schuld Mittel eingesetzt, die die Schuld sühnen sollen oder können. Im Falle aber da eine Tat nicht als solche geahndet wurde oder die Folgen nicht mit einer Tat in Verbindung gebracht werden, wird das betroffene System versuchen dies irgendwie auszugleichen.

Das Opfer hat durch die psychischen und physischen Folgen noch lange mit der Tat zu kämpfen. Der Täter wird sich besten Falls mit den Konsequenzen auseinandersetzen. Sonst wird ihn das Ausbleiben der Strafe kaum vor sich selbst und einer Wiederholungstat schützen. Doch auch Außenstehenden sind mitunter moralisch gezwungen einen Teil der Schuld zu tragen. Denn ihnen ist ja nichts passiert. Sie müssen mit der Realität leben, unversehrt geblieben zu sein und dies nun irgendwie zu rechtfertigen. Denn sonst kämen sie in den Verdacht Nutznießer des Geschehens zu sein oder sich gegenüber dem Opfer illoyal zu verhalten. Waszu einem schlechtes Gewissen oder Formen der Selbstabwertung führen kann.

Schuldgefühle können zu einem depressiven Erscheinungsbild führen und sind somit auch zu bedenken, wenn es darum geht Depression verstehen und behandeln zu wollen. Schuld aus unterlassener Hilfeleistung, aus egozentrischer Motivation, aus unzureichender Bereitschaft, aus Geiz, Lust, Gier, Ärger, Schwäche, aus Tradition, Überforderung und Egoismus sind schwerwiegende Eingriffe in das hochsensible System unseres Selbstverständnisses. Akzeptanz und Reue sind die ersten Schritte der Bewusstwerdung von Fehlverhalten und Fehltritten. Das Eingeständnis der Verantwortung für die eigene missliche Lage, ist die Voraussetzung für die progressive Bewältigung von Schuld.

Schuldbewusstsein bedeutet die Realisation subjektiven Fehlverhalten oder Unvermögens, das in der Konsequenz Leiden heraufbeschwor und von einem selbst schwer wiedergutgemacht oder aufgehoben werden kann. Das Schuldbewusstsein ist eine Form der Identifikation mit dem Fehlverhalten und ein sicherer Weg in eine Umwelt, die zu ihr passt. Der Weg raus würde bedeuten, den Anlass dazu zu nutzen, sich selbstverantwortlich der konkreten Situation zu stellen. Mit der Maßgabe für sich Verständnis fördernde Einzelheiten hervorzuheben, um sich als Täter, Mittäter, Opfer oder Zeuge zu verstehen. Gleichzeitig könnte es auch bedeuten den Tatsachen der Bedingtheit, der Tendenz Fehler zu begehen, sich und andere zu täuschen und der eigenen Unvollkommenheit, ins Auge zu schauen. Daraus könnte sich bestenfalls Reue einstellen und die Bereitschaft Konsequenzen zu akzeptieren. Sich in seiner Reue an Den zu halten, Der einem vergeben kann, ohne die Verantwortung für das Ganze auf Ihn abzuwälzen, wäre ein Ausweg aus dem Kreislauf aus Schuld und Sühne.

Das was ich den anderen angetan habe, habe ich mir selbst angetan. Wir leiden, an dem was wir uns selbststellvertretend angetan haben. Dies ist die Ebene wo Schuldbewältigung relevant ist. Spätestens auf dem Sterbebett wird das manch einen von uns einholen. Anderen bleibt diese Einsicht auch dann vorenthalten. Sie werden höchstwahrscheinlich dann, wenn die Seele den Körper verlässt, aus der Vielzahl der Erinnerungsbilder eines wählen, das mit Schuld in Zusammenhang steht. Wenn die Seele den groben Körper verlässt, wird die Wirklichkeit mehr so wahrgenommen wie sie eigentlich ist – viel realer als mit den Sinnen und dem Verstand. Die Bedingtheit wird nicht mehr vor der Einsicht in das Ausmaß und den Folgen von Schuld schützen. Die begrenzten Sinne und die verzerrte Wahrnehmung geben nur ein recht unvollständiges Abbild der Wirklichkeit wieder, weil der andere und das andere von der Wahrnehmung ausgeschlossen ist. Nach dem Tod ändert sich das und die Realität des Anderen lässt sich nicht mehr, wie es gewohnt war, verdrängen. Der Täter wird auch die Gefühle des Opfers fühlen. Das daraus entstandene Bedürfnis nach Reue wird Wege suchen, sich auszuleben. Die Depression kann schon zu Lebzeiten dem Leidenden eine Hilfe sein, die Bereitschaft zur Sühne zu entwickeln.

In einer anderen Sichtweise ist die Identifikation mit Schuld, ein Anzeichen fehlender Einsicht in die realen Zusammenhänge zwischen Opfer und Täter. Und dem Festhalten am Konzept von Einflussnahme und Kontrolle geschuldet. Angesicht fehlender Erkenntnisse und höherem Bewusstsein halten wir uns für etwas was wir nicht sind und strafen wir uns für etwas, was wir nicht waren. Mit dem Ergebnis weiter in materiellen Umständen verhaftet zu bleiben. Depression macht deutlich, das wir es für sinnlos halten, Situationen erleben zu müssen in deren Folgen sowohl wir als auch andere leiden. Das es aber doch passiert und wir uns mit den Konsequenzen auseinandersetzen müssen, macht eine Bedeutungsfindung notwendig, die die eigentliche Ursache von Schuld berücksichtigt und die Notwendigkeit von Sühne hervorhebt.
Schuld zu sühnen, um sich von ihr zu befreien, ist ein allgemeines und meist egoistisches Verlangen mit mehr oder weniger Erfolgsaussichten. Weshalb ist es so schwer von dem Schuldgefühl frei zu werden?

  • Ein Grund ist wohl der große Gewinn, den wir aus der Schuld ziehen können. Gewinn in Form von Macht und Einfluss durch aggressive Sühne, wie Selbstkasteiung, Erfolgsvermeidung, Dahinvegetieren oder autoaggressiven Verhalten. Weiträumig beherrschen Schuld und Sühne die häusliche oder gesellschaftliche Situation. Die Umwelt wird in einem Ausnahmezustand gehalten und gezwungen sich mit dem Umstand der Schuld und ihrer Folgen immer wieder auseinanderzusetzen. Die gesellschaftliche Meinung gibt dem Opfer, Täter und deren Sympathisanten Identitäten, die sie vor der persönlichen Auseinandersetzung mit dem heiklen Thema bewahrt. Einmal Opfer immer Opfer. Einmal Täter immer Täter. Das gesunde Selbstbewusstsein und das verdiente Selbstwertverständnis des Einzelnen wie auch einer Nation, wird durch Vorstellungen von Schuld und Sühne markiert. So wird einer tieferen Bewältigung der Schuldfrage pauschale Meinungsbilder entgegengehalten. Das macht dann eine bestimmte Geschichtsauffassung und Gesetzgebung notwendig und gebiert eine Entschädigungs,- und Rehabilitationskultur. Viele verdienen daran oder haben etwas davon. Deshalb sind wenige daran interessiert die Bewältigung der Schuld bis zum Punkt, das sie gesühnt ist, zu fördern.
  • Das Bedürfnis von der Schuld freigesprochen zu werden, dass damit verbunden ist, den Stellenwert von Schuld als solche aufzulösen, ist ein weiterer Hinderungsgrund um von Schuldgefühlen loszukommen. Schuld als einheitliches Maß anzulegen ist ein schwieriges Unterfangen. Sind doch schon in der Gesellschaft die Grenzen fließend. Was für den einen Schuld ist, ist für den anderen sein gutes Recht. Durch das Relativieren der Umstände die zu einer Tat führten, durch psychologische Verständnisse die die Tat und den Täter verklären und durch die subjektive Einschätzung der Bedeutung der Tat wird versucht, die Schuld als ein veraltetes Konzept abzulösen. Da es kaum noch Unschuldige gibt, muss die Gesellschaft darauf eine Antwort finden. Die Zweiklassen Gerechtigkeit gibt dafür genügend Raum. Geld, Politik und ihre Psychologie arbeiten hart zum eigenen Vorteil am Aufweichen der Auffassung von Schuld und Sühne. Die im öffentliche Rahmen geführte Diskussion füllt Säle. Doch bei der Bewältigung von Schuldgefühlen hilft sie nicht. Schuld wird als solche relativiert und Sühne als Klischee verklärt.
  • Die weiße Weste des „Recht schaffenden und Recht gläubigen“ ist rein zu halten, ist ein Anspruch der allgemein herrscht. Der unbeschwerte und selbstgerechte Selbstbezug würde sonst gefährdet sein und dadurch auch die Vorteile eines nur für sich selbst geltenden Rechtsanspruch. Auch Vorteile in Form von Kritiklosigkeit gegenüber eigenem Fehlverhalten, eigener Bevorteilung, so wie einer Sonderrolle bei der Ahndung von rechtlichen Übertritten oder einem Anspruch auf Strafverschonung oder Strafmilde, würde verloren gehen. All dies sind ebenfalls Argumente das Thema der Schuldbewältigung als solche nicht aufkommen zu lassen.
  • Ein weitere Grund ist die gesellschaftliche und religiöse Benutzung von Schuld und Sühne um die Menschen zu manipulieren oder zu entmündigen. Beispiele sind Erbschuld, Volksschuld oder Todsünde. Schuld ist ein hervorragendes Werkzeug jemanden seine Freiheit und seine Selbstbestimmung abzusprechen. Sühne ist ähnlich hoch wirksam, um jemanden an die Instanz die straft zu binden. Der Schuldige ist fügsamer. In manchen religiösen Auffassungen wird Gott als höchster Richter eingesetzt, der menschliche Absichten zu dienen hat. Siegermächte arbeiten am Schuldgefühl ihrer besiegten Völker mit der Absicht ihre eigene Schuld ungesühnt zu lassen.
  • Schuld ist auch ein gutes Argument für eigenes Unvermögen sich anzunehmen, verantwortlich zu verhalten oder Verantwortung zu übernehmen. Sie bietet auch eine Erklärung für erlebtes Unrecht, für Ablehnung und Scheitern. Da Schuld negativ bewertet wird, scheint sie Ablehnung und Abwertung zu rechtfertigen. Dadurch hält sich der Schuldige in einem vertrauten Selbstverständnis, an das er sich gewöhnt hat und es ihm deswegen sicher erscheint. Aus Gewohnheit und dem Bedürfnis nach Sicherheit, wird die Bewältigung der Schuld vereitelt.
  • Abhängigkeit und erzwungene Beziehungsformen wie zwischen Opfer, Täter, Mittäter und Zeuge haben einen Zusammenhang mit Schuld. So sind in Gewaltbeziehungen und Beziehungen mit Suchtthematiken Opfer und Täter durch Schuld und Sühne aneinander gebunden. In Missbrauchssituationen verbleibt der Täter oft im Opferkreis, um die Aufdeckung der Tat zu verhindern oder durch Wiederholungstaten die ursprüngliche Tat zu relativieren. Das Opfer verbleibt mitunter wegen unmündiger oder ökonomischer oder räumlicher Abhängigkeit in der Nähe des Täters. Auch weil es andere vor dem Täter schützen will oder ihn besänftigen versucht. Unfreiwillig kann sich so das Schuldthema nicht auflösen.
  • Angst, Misstrauen, Loyalitätskonflikte, inneren und äußeren Druck das Problem bewältigen zu müssen undsich vom Unrecht zu distanzieren und dem Ganzen Konsequenzen folgen zu lassen, führt bei den meisten zu Überforderung oder Stress. Das wiederum dazu führt, Schuld so weit es geht zu ignorieren.
  • Bei ständiger Konfrontation mit dem Thema weicht das Rechtsverständnis auf und wird durchlässig für einen Unterhaltungswert. Der Schuldige ist interessant und gerissen. Der Unschuldige ist langweilig und einfältig. Der Schuldige erhält permanente Aufmerksamkeit. Auch wenn sie erst mal negativ erscheint. Die Schuld relativiert sich bis zu dem Grad, wo die Umwelt Gleichgültigkeit oder Resistenz entwickelt und sie zu einem Teil der Normalität erklärt. Die inneren Spannungen und Kämpfe mit dem schlechten Gewissen und dem Schuldbewusstsein bleiben davon unberührt.

Schuld braucht Verständnis

  • Verständnis von den inneren und äußeren Umständen die zur Schuld führten.
  • Verständnis über die Bereitschaft schuldig zu werden oder sich für schuldig zu halten.
  • Verständnis vom Gewinn der aus Schuld herrührt.
  • Verständnis davon was sie aus dem Einzelnen oder dem System ( Familie, Beziehung, Gesellschaft ) macht.
  • Verständnis davon wofür die Schuld oder in welchem Zusammenhang sie steht.
  • Verständnis worauf die Schuld hinweist.
  • Verständnis vom Ausmaß der Schuld, um den Grad der Sühne bestimmen zu können.

Schuld braucht Sühne

  • Sühne in Form vom Eingeständnis der Schuld gegenüber sich selbst, als auch dem Opfer, stellt die Rechtssicherheit wieder her.
  • Sühne in Form von Wiedergutmachung, finanzielle oder körperlicher Hilfe oder demütiger Zurückhaltung erheben den Selbstwert sowohl des Opfer als auch des Täters.
  • Sühne ist ein Bemühen die Abwertung von Opfer und Täter aufzuhalten. Soweit das die Erniedrigung, die durch die Schuld auf Täter und Opfer lastet, aufgehoben und die Personen durch den entlasteten Selbstbezug Schuld als Sachverhalt sehen können.
  • Sühne ist das Zurückgewinnen einer progressiven Sicht auf die eigene Person, die bereit ist für die Tat und ihren Folgen Verantwortung zu übernehmen.
  • Sühne in Form von selbstkritischer Betrachtung der Situationen und Umstände die zur Schuld führten und dem Ergebnis Konsequenzen folgen zu lassen.
  • Sühne in Form der Analyse Konsequenzen folgen zu lassen. Wie sich zu stellen, sich seinen Schwächen zu stellen, Selbsthilfegruppen oder Therapien zu nutzen, destruktive Personen und Gemeinschaften zu meiden, die eigen Suchtproblematik zu klären, Lebensumstände und Partnerschaften zu ändern, die Affinität zu Schuld auflösen, Hilfe bei mystischen Traditionen suchen…
  • Strafe oder Sühne ist nur dann sinnvoll, wenn aus ihr ein Bewusstsein erwächst neue Schuld zu vermeiden und alte zu bewältigen.

Fazit:

Schuld ist zu bewältigen. Was es dazu braucht, ist der Mut sich ihr zu stellen und die Bereitschaft sie und ihre Folgen zu verantworten. Der Zusammenhang aus dem sie erwuchs ist wichtig zu analysieren, genauso die eigene Affinität für sie zu klären. Für die Angehörigen und nahen Menschen ist es wichtig ihren Anteil am Geschehen zu realisieren und Notfalls ihre Mitschuld zu sühnen. Im progressiven Sinne sollte die Schuld als ein Sachverhalt gesehen und die aus ihr entstandenen Gefühle, separat behandelt werden. Die Schwäche im System kann nur dann erfolgreich bewältigt werden, so das System sich ihr stellt. Bewertungen des Täters oder des Opfers verstärken nur die Spannung und sind hinderlich über die Vorlage hinaus zu gelangen. Sühne ist ein erfolgversprechendes Bemühen, so sie im persönlichen Rahmen und unter der Maßgabe persönlicher Akzeptanz und Reue passiert. Diese innere Arbeit ist kein Wiedergutmachen oder Reinwaschen von der Schuld. Sie zielt darauf ab, die Spannung, die zwischen Realität und Vorstellung, zwischen Anspruch und Vermögen bestand, aufzulösen. Aus dem Sieg der inneren Kämpfe tritt bestenfalls der mündige und gereifte Mensch hervor.
Jeder Heilige hatte eine Vergangenheit und jeder Sünder eine Zukunft.
(Orientalisches Sprichwort)